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Vergleich Modellierung / Verkehrsversuch Hofwiesenstrasse
Ausgangslage / Auftrag
Im Rahmen einer Vorstudie im Auftrag der Stadt Zürich (Hofwiesenstrasse) wurden auf einem Strassenabschnitt mit motorisiertem Individualverkehr (MIV), Velo- und Tramverkehr mehrere Varianten betreffend der Verkehrsführung untersucht. Nach einem vertieften Variantenstudium und der Variantenbeurteilung verblieben noch zwei mögliche Varianten für die Verkehrsführung:
- Variante «Mischverkehr»
- Variante «Wechselseitiges Eigentrassee»
Zur Beurteilung der Auswirkungen der Variante „Mischverkehr“, insbesondere des Wegfalls des Eigentrassees für Trams, wurden Simulationen (mit VISSIM) sowie ein Verkehrsversuch von Oktober 2023 bis April 2024 durchgeführt. Ziel war es zu prüfen, ob eine veränderte Spuraufteilung zugunsten des Veloverkehrs möglich ist, ohne die Tramfahrzeiten wesentlich zu verlängern.
Damit bestand die Möglichkeit, die theoretischen Ergebnisse von VISSIM mit den Ergebnissen aus der Praxis zu verifizieren.
Vorgehen
Im Rahmen des Verkehrsversuches wurden auf der Hofwiesenstrasse die Knotenzufahrten und -wegfahrten zum Bucheggplatz, die Knotenzufahrten zum Schaffhauserplatz sowie der gesamte Knoten Hofwiesen-/ Rothstrasse erfasst. Die Erhebungen haben, je an einem Dienstag und Donnerstag, in den Kalenderwochen 43, 47, 50 (2023) und KW 04 (2024), am Morgen von 7.00 bis 09.00 Uhr und am Abend von 16.30 bis 18.30 Uhr stattgefunden.
Die Staulängen wurden an insgesamt acht Erhebungstagen (jeweils Dienstag und Donnerstag) dokumentiert. Für den Vergleich zwischen Simulation und Monitoring wurde der Mittelwert aller vier Erhebungswochen herangezogen. In der Verkehrsflusssimulation wurden hingegen zehn Durchläufe ausgewertet.
Die Fahrzeiten der Trams wurden durch die VBZ erfasst und SNZ zur Verfügung gestellt. Auf dieser Datengrundlage erfolgte die Kalibrierung der Verkehrsflusssimulation für den Referenzzustand.
Ergebnisse / Schlussfolgerung
Die Verkehrsbelastungen dienen im Wesentlichen dem Vergleich, ob die Verkehrsnachfrage auch mit der Variante «Mischverkehr» noch vollständig abgewickelt werden kann. Die Simulation zeigte, dass die hinterlegten Verkehrsbelastungen weiterhin vollständig abgewickelt werden können. Dies wurde auch im Rahmen des Verkehrsversuchs bestätigt.
Der Vergleich der Tramfahrzeiten zeigt, dass die Ergebnisse zwischen Simulation und Monitoring nahezu identisch sind. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht unbedingt die absoluten Werte miteinander verglichen werden sollten, sondern vielmehr die Fahrzeitveränderung bzw. die Differenz zwischen Referenzzustand und Variante.
Auch beim Vergleich der Staulängen ergaben sich für zwei der drei Standorte nahezu identische Werte. An diesen beiden Standorten kann davon ausgegangen werden, dass die Verkehrsflusssimulation die Rückstaulängen tendenziell überschätzt. Die Rückstaulängen aus der Simulation sind teilweise konservativer als in der Realität. Beim dritten Standort ist der in der Simulation ausgewiesene Rückstau um ca. 10 bis 30 m kürzer. Somit besteht die Gefahr, dass die Variante im Vergleich zur Realität zu positiv bewertet wird.
Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass mit den richtigen Parametern (LSA-Steuerung, Kalibrierung Rückstau usw.) mit der Verkehrsflusssimulation durchaus die Auswirkungen einer Variante auf den Verkehrsfluss aufgezeigt werden können. Auch wenn die Ergebnisse nicht immer 1:1 mit der Realität über-einstimmen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn z.B. die LSA-Steuerung von der Realität abweicht, wie z.B. am Schaffhauserplatz, wo die ÖV-Priorisierung für den Verkehrsfluss entscheidend ist.
Auftraggeber
- Tiefbauamt
- Dienstabteilung Verkehr
Bearbeitungszeitraum
2023 – 2024