ZMB Umfahrung Emmen Dorf

Ausgangslage / Auftrag

Im Rahmen der Vorstudie «Gesamtverkehrssystem Seetalstrasse mit öV-Förderung» wurde die Weiterentwicklung der Seetalstrasse im Abschnitt Waldibrücke bis Seetalplatz abgeklärt. Darin wurde das weitere Vorgehen in fünf Bausteinen empfohlen. Von Seiten der Gemeinde Emmen wurde beantragt, den Baustein «ZMB Umfahrung Emmen Dorf» prioritär anzugehen, damit die Planungssicherheit im Umfahrungskorridor, welcher im kantonalen Richtplan als Koordinationsaufgabe eingetragen ist, zeitnah erhöht werden kann.

Die Aufgabenstellung bestand darin, für die Seetalstrasse im Raum Emmen Dorf aus fachlicher Sicht die zweckmässigste Lösung zu evaluieren, welche der heutigen Situation und der angestrebten Entwicklung am besten gerecht wird.

Vorgehen

Das Vorgehen umfasst ZMB-typisch 3 Phasen. In Phase 1 wurden sämtliche Grundlagen und bereits durchgeführte Arbeiten zusammengetragen und darauf aufbauen zahlreiche Varianten entwickelt und bewertet. Zusätzlich wurden das Zielsystem inkl. Gewichtung und die Indikatoren, basierend auf den Grundlagen der VSS und des Bundes (NISTRA), definiert und durch die Bauherrschaft verabschiedet. Die weiterzuverfolgenden Varianten wurden anschliessend in Phase 2 auf ihre technische und umweltrechtliche Machbarkeit geprüft und optimiert. Für die Bewertung der machbaren Varianten in Phase 3 wurden die Nutzwert­analyse und die Kosten-Wirksamkeits-Analyse verwendet. Die in Phase 1 bestimmten Standardgewichtung wurde mittels Sensitivitätsanalyse validiert.

Ergebnisse

In Phase 1 wurde für das Untersuchungsgebiet eine umfassende Situationsanalyse erstellt. Darin wurden die räumlichen Gegebenheiten sowie die raumplanerischen Absichten, geltenden Rahmenbedingungen und Schutzbedürfnisse zusammengefasst. Daraufhin wurde ein Variantenfächer mit insgesamt 28 Varianten erstellt, welcher in acht Stoss­richtungen gegliedert wurde. Die Phase 2 umfasste eine detaillierte Prüfung der bau- und verkehrstechnischen sowie der umweltrechtlichen Machbarkeit. Aus 13 Varianten wurden schlussendlich 9 ausgeschieden und somit vier Varianten für die Bewertung in Phase 3 übernommen. Mit dem, in Phase 1, entwickelten Zielsystem und der in Abstimmung mit den relevanten kantonalen Stellen und der Gemeinde Emmen festgelegten Gewichtung, konnte schlussendlich ein klares fachliches Ergebnis abgeleitet werden. Die Variante «Betriebs- und Gestaltungskonzept Emmen Dorf und Unterdorf» weist den grössten Gesamtnutzen sowie die grösste Kostenwirksamkeit auf. Die Variante beinhaltet einen BGK-Abschnitt zwischen Ober-Grundhof und Kreisel Flugwerke, in welchem Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit des Fuss- und Veloverkehrs, lokale Mehrzweckstreifen als Linksabbiegehilfen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und Schutzinseln oder geschützte Bereiche des Mehr­zweckstreifens als Querungshilfe für den Fussverkehr umgesetzt werden sollen. Der Strassenraum soll attraktiver gestaltet und zusätzliche Bäume gepflanzt werden. Für die Optimierung des Busbetriebs sind eine Busspur vor dem Kreisel Flugzeugwerke in Richtung Emmen, eine Busspur zwischen Haltestelle Lindenfeldring und Ober-Grundhof in Richtung Seetalplatz sowie die Bushaltestellen Sternen, Unterspitalhof und Allmendi als Fahrbahnhaltestellen vorgesehen. 

Auftraggeber

Kanton Luzern,
Verkehr und Infrastruktur (vif)

Bearbeitungszeitraum

2018 – 2021

Beteiligte Abteilungen

  • Verkehrsplanung
  • Projektentwicklung

Betriebs- und Gestaltungskonzept

Das BGK Seetalstrasse in Emmen durfte ebenfalls von SNZ aus­gearbeitet werden.